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Fortsetzung vom April Nächstes Zimmer: Hier gab es Getränke. Ich reichte dem Blinden, was er immer trinkt. Der Schwerhörige kam, wie immer, sofort mit Leuten ins Gespräch. Er schaut den Leuten auf den Mund, dann versteht er alles. Überall wo ich hin guckte, sah ich einen karierten Kapuzenpullover, den rutschenden Hintern, das Gesicht vom geheimnisvollen erotischen Scheiß-Rockstar. Ich hätte in jedes Gesicht reinschlagen können. Mildernde Umstände, emotionale Zwangs-Grenzübertretung ... meine Seele badete in mildernden Umständen. “Was gibt’s hier so?” fragte der Blinde, berührte meine Schulter, bestand nicht auf eine Antwort. Ich fragte ihn nach drei Minuten: “Was, was ist? Was hast Du gesagt?” Wo bleibt denn das freilaufende SEK! “Schwimmeister”, sagt einer zum Schwerhörigen, “ich arbeite als Schwimmeister, 7-15 und 14 bis 23 Uhr. Am meisten regen mich die auf, die vormittags schwimmen. Die müssen doch nüscht zu tun haben. Die arbeiten nicht, die studieren nicht, die schlafen auch nicht aus! Die könnten doch Fernsehen gucken. Weißt Du was ich immer träume, weißt Du was ich immer träume!” Aus purer Hellsicht wagte der Schwerhörige JA zu antworten. Der Schwerhörige schaute zu mir und zum Ausgang. Schwimmeister begriff, daß er sich beeilen mußte: “Ich träume wie ich am Beckenrand stehe, mit Harpunen, ich habe so 100/200 Harpunen in der einen Hand und ich treffe gut mit der anderen und die Getroffenen drehen sich im Wasser mit Harpune im Rücken um, hören auf mit Kraulen, sprechen verstört mit Blut in der Lunge: Aber ich bin doch gar nicht von der Seite gesprungen! Und dann verstehn sie mit einem Mal, was ich für‘n klasse Job mache, und das die nie ein freundliches Wort dafür hatten, und dann sagen die nichts mehr, dann zeigt die Harpune nach unten und die stieren an die Decke, für immer!” Der Schwerhörige sagte: “Du machst bestimmt einen klasse Job, da bin ich mir sicher!” Schwimmeister sagte: “Eh, dein Bier is alle, warte ich hol dir’n neues.” Ja, harpunieren, dachte ich, den 16‘tel Rockstar, machte einen Schritt zurück, schaute in den Gang, da: der karierte Kapuzenpullover, waren’se wohl fertig mit Knutschen und Rummachen. Oder die machten bloß Pause. Der karierte Kapuzenpullover kam mir entgegen, war unschlüssig was ich am besten für’ne Fresse mache, guckte sie mir an: Sie war etwas kleiner als letztens, ihre Haare heller, ihre Augen ... eh, Mann, sie war‘s gar nicht! Sie ging zu den Getränken, war wohl durstig oder ihr beschissener Rockstar, ach egal, vielleicht war der Kerl auch in Ordnung, warum nicht, ich gehe eigentlich nie nach dem Äußeren bei Menschen ... ich sage immer, leben und leben lassen, jeder nach seiner Fasson, bevor über meine Lippen ein böses Wort kommt... also da muß schon allerhand passieren ... Sie war‘s nich. Meine saß bestimmt zu Hause und las Buch. Und sie freute sich zwischendrin, von den Zeilen aufschauend, auf unser Treffen! Dann zog sie sich dicke Socken über und freute sich weiter ... jetzt weg von dieser Party, dachte ich und draußen Wolken angucken, weg hier, bevor das freilaufende SEK kommt. Am Mittwoch werde ich zu ihr sagen: Komm, wir gehen mal in eine andere Schwimmhalle, den Schwimmeister loben. |
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