april-tagebuch wurde für monitor zu lang, lies, lieber besucher, deshalb zwei neue gedichte:

 

allein

oder einsam und
nur für sich ins glas starren
zwischen tausenden die jubeln und rasen
oder: allein von einer tür geschützt und
von einem vorhang verborgen
öffnest du den mund, bewegst die zunge
aber alles wartet auf den gedanken
den dürren

es ist doch längst gesagt, die wiederholung
macht die sonne nicht wärmer, das gelb nicht gelber
wir können die liebe nicht bereden
sie steigt in den bus überland

ich bin der fahrer, ich bin der zuschauer
ich bin das rad an die erde gepreßt

 

ansprache

du weißt nicht sehr viel von der welt nicht im schmerz
du erkennst keine wahrheiten im strudel der enttäuschung
wütend bist du ein stier mit allen lanzen in der stirn

neid und niedertracht sind keinesfalls die fundamente
der menschheit, reputationen auf lügen und unentdeckte verbrechen gebaut sind die ausnahme

nimm menschen, die anstand kennen zum freund
auch jene die solidarität nicht aus feigheit üben
aber in jedem wohnt die fähigkeit zu versagen
und manchmal ist das böse unterhaltsamer

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